CSD-Wochenende in Stuttgart: Tausende setzen ein Zeichen
Bunt, laut und politisch: Mehrere Tausend Menschen zogen beim CSD durch die Stuttgarter Innenstadt. Überschattet wurde das Pride-Wochenende vom tödlichen Anschlag in Berlin, dessen Opfern am Sonntag in Stuttgart gedacht wurde.
Die Parade
Bunt, laut und voller Energie zog der Christopher Street Day am Samstag durch die Stuttgarter Innenstadt. Unter dem Motto „Ohne uns kein Wir! Füreinander laut, miteinander stark“ startete die Parade am Feuersee. Insgesamt beteiligten sich mehrere Tausend Menschen und 156 Formationen mit eigenen Wagen oder Laufgruppen an der Demonstration. Damit waren zwar etwas weniger Gruppen dabei als im Rekordjahr 2025, dennoch bleibt Stuttgart einer der größten CSD-Standorte Deutschlands. Neben zahlreichen queeren Vereinen, Initiativen und Organisationen, waren auch Unternehmen, Parteien und bekannte Persönlichkeiten, wie Riccardo Simonetti, vertreten.
Mehr als eine große Party
Zwischen Musik, Glitzer und Regenbogenfahnen herrschte ausgelassene Stimmung, doch gefeiert wurde nicht ohne politische Botschaft. Die Teilnehmenden machten sich für mehr Sichtbarkeit und gesellschaftliche Akzeptanz stark und positionierten sich gegen Hass und Diskriminierung. Gerade angesichts zunehmender Queerfeindlichkeit zeigte der CSD einmal mehr, dass Pride nicht nur Party bedeutet, sondern auch Protest für mehr Gleichberechtigung, Akzeptanz, Sicherheit und Freiheit.
Gedenken an die Opfer von Berlin
Überschattet wurde das Pride-Wochenende von dem tödlichen Angriff auf den Berliner CSD am Samstagabend. Ein Mann war dort mit einem Transporter in eine Menschenmenge gefahren. Eine Frau wurde getötet, mehrere weitere Personen wurden verletzt. Am Sonntag legte die Stuttgarter Community während der CSD-Hocketse auf dem Marktplatz eine Schweigeminute für die Betroffenen ein. Das Programm wurde anschließend unter verstärkter Polizeipräsenz fortgesetzt. Die Botschaft der Veranstaltenden: „Hass, Gewalt und Terror dürfen nicht darüber entscheiden, ob queere Menschen sichtbar sind oder ihren Platz im öffentlichen Raum einnehmen.“
Foto: Janina Bytzek













