Zu heiß zum Lernen? Jugendrat organisiert Hitzetour an Stuttgarter Schulen
Aufgeheizte Klassenzimmer belasten den Schulalltag. Bei einer Hitzetour hat sich der Stuttgarter Jugendrat gemeinsam mit Politik, Verwaltung und Schulen ein Bild von der Situation vor Ort gemacht.
Jugendrat macht Hitzeproblem sichtbar
Nach der extremen Hitzewelle im Juni rückt der Schutz vor hohen Temperaturen auch an Stuttgarts Schulen stärker in den Fokus. In einigen Klassenzimmern sollen zeitweise bis zu 40 Grad geherrscht haben. Das belastet nicht nur die Gesundheit der Schüler:innen, sondern erschwert auch konzentriertes Lernen.
Forderungen an Politik und Verwaltung
Aus Sicht des Jugendrats wurde der Hitzeschutz bei vielen Schulen bislang nicht ausreichend berücksichtigt. Problematisch seien etwa stark versiegelte Flächen, fehlende Verschattungsmöglichkeiten und Einschränkungen beim Einbau von Klimaanlagen. „Es geht nicht nur um Klimaschutz, sondern auch um Klimaanpassung“, betonte Jugendrat Francesco Blandini. Das Thema müsse endlich konsequent angegangen werden, damit Schüler:innen auch an heißen Tagen unter guten Bedingungen lernen könnten.
Auch Stadträtin Beate Schiener, von den Grünen, hält die Besichtigungen für wichtig: Erst vor Ort werde spürbar, welchen Temperaturen Kinder und Lehrkräfte ausgesetzt seien. „Der Gemeinderat muss agieren“ und hat dies auch bereits mit entsprechenden Anträgen, sagte sie. Neben langfristigen Lösungen brauche es auch kurzfristige Maßnahmen und die entsprechenden finanziellen Mittel. Bei der städtischen Wärmeplanung müsse künftig deshalb auch die Kühlung stärker berücksichtigt werden.
So will die Stadt die Schulen kühlen
Die Stadt Stuttgart hat bereits einen Maßnahmenkatalog für ihre rund 150 Schulen angekündigt. Dafür sollen zunächst unter anderem der Sonnenschutz, die Lüftungsmöglichkeiten und die Temperaturen in den Räumen überprüft werden. Abhängig vom jeweiligen Standort kommen verschiedene Lösungen infrage: zusätzliche Verschattung, mehr Bäume auf den Schulgeländen, mobile Klimageräte oder technisch erweiterte Lüftungsanlagen. Auch kühlere Rückzugsorte, etwa in Mensen oder Aulen, sind denkbar.
Ergänzend plant die Stadt einen Hitzeaktionsplan für Schulen und Kindertageseinrichtungen. Welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden, soll nach einer systematischen Bestandsaufnahme für jeden Standort einzeln entschieden werden.
Jugendrat will weiter Druck machen
Bei den Begehungen wurde deutlich, wie groß der Frust an einigen Schulen inzwischen ist. Schulleitungen berichteten, bereits seit Längerem auf die Belastung durch hohe Temperaturen hinzuweisen. Bislang jedoch ohne ausreichende Verbesserungen.
Für den Jugendrat soll die Hitzetour deshalb erst der Anfang sein. Das Thema soll erneut im Gesundheitsausschuss diskutiert werden. Langfristig setzt sich der Jugendrat für einen Beschluss des Gemeinderats ein, damit Kühlung und Hitzeschutz bei Schulsanierungen und Neubauten von Beginn an berücksichtigt werden. „Damit es nicht nur bei warmen Worten bleibt, sondern auch kühle Klassenzimmer entstehen können“, fasste Baldini das Ziel zusammen.
Foto: STUGGI.TV














