Jung. Laut. Kreativ. – 7 Fragen an Levin Goes Lightly
Die Kulturszene in Stuttgart lebt von Menschen mit Ideen, Haltung und Lust, etwas zu bewegen. In unserem neuen Format „Jung. Laut. Kreativ. – 7 Fragen an …“ lernen wir sie kennen – persönlich und auf den Punkt, in sieben Fragen. Heute dabei: Levin Goes Lightly – Musiker.
1. Wer bist du und was treibt dich kreativ an?
Ich bin Levin Goes Lightly, Musiker. Ich möchte einfach gute Songs schreiben und am besten solche, die ich auch gern hören würde. Die Kreativität kommt aus mir heraus. Ich weiß nicht, woher und wann sie kommt.
2. Wie bist du zu dem gekommen, was du heute machst?
Ich denke, die Musik war in meiner Familie schon immer sehr wichtig. Ich habe in der Plattensammlung meines Vaters viel gute Musik gefunden und mir auch recht früh mit meinem älteren Bruder eine E-Gitarre gekauft. Dann alles nachgespielt, was ich eben gut fand. Vor allem Nirvana. Da ich Covern nicht so gut kann, hab ich schnell versucht eigene Stücke zu schreiben und zu experimentieren, habe in zahlreichen Bands gespielt und immer weiter gemacht. Eben nicht aufgehört.
3. Welche Rolle spielt Stuttgart (oder die Region) für dein Schaffen?
Stuttgart bietet mir ein gutes Netzwerk und gute Arbeitsbedingungen, was wahrscheinlich eher eine Seltenheit hier ist. Ich habe hier viele wichtige Leute und Freunde gefunden, die mich unterstützen oder mit mir gemeinsam Levin Goes Lightly aufgebaut haben (Wie Paul Schwarz von Bands wie Vagabond Stories oder Human Abfall oder Thomas Zehnle von Wolf Mountains etc.). Die Waggons in Stuttgart waren für mich als Startpunkt ein sehr wichtiger Ort, an dem man frei und experimentell arbeiten konnte. Auch gab (gibt es?) es eine sehr lebendige Bandszene hier in Stuttgart mit zahlreichen guten Bands und Künstler*innen, die sich alle auch gegenseitig kannten, in denselben Bands spielten und wahrscheinlich auch inspirierten. Das war und ist für mich Stuttgart. Hier durfte viel entstehen. Leider sehe ich jetzt eine etwas andere Richtung. Orte werden verschoben, Unterstützung wird gekürzt und Flächen verkleinert.

Foto: Aaron Chaudhry
4. Was würdest du sagen, zeichnet die Stuttgarter Kreativszene aus & wo siehst du Entwicklungspotenzial?
Meine Stuttgarter Musikszene ist und war immer eine wenig Underground. Sie findet in abgestellten Zugwaggons, in Containern, auf wilden Skate Plätzen (ich selber nicht), in Plattenläden und kleinen Schuppen statt. Dass diese Plätze überhaupt entstehen dürfen, war immer ein sehr großes Potenzial von Stuttgart. Es war immer ein Experimentierfeld und man musste sich Orte aktiv aneignen.
Ich mag die jungen Bands oder Projekte wie Flawless Issues und Emilia Giese, die beweisen, dass es eine coole und lebendige Szene hier immer noch und weiterhin gibt. Die Band Flora finde ich auch sehr gut.
5. Stuttgart und Kultur: Wo läuft’s gut und wo läuft’s gerade komplett schief?
Stuttgart geht das Geld aus – zumindest bei der Kultur wird gespart. Aber für ein komisches überteuertes Stuttgart Sign ist anscheinend das Geld da. Finde ich nicht gut. Es wird vieles abgerissen. Vieles muss umziehen, weichen oder wird plattgemacht. Schöne Orte verschwinden für die nächste Brache, für das nächste große Projekt (siehe Container City an der Wagenhalle). Ich bin sehr enttäuscht und wütend darüber. Was gut läuft ist das alljährliche ABOUT POP Festival, das immer mehr tolle Bands und Teilnehmer*innen nach Stuttgart holt. Dieses Jahr solche Größen wie Peaches oder Nations of Language.

Foto: Aaron Chaudhry
6. Woran arbeitest du gerade und was steht als Nächstes an?
Ich arbeite an neuen Songs und eventuell im Endeffekt an einem neuen Album. Aber was es am Ende genau wird, das weiß ich noch nicht genau. Muss sich noch ergeben. Im Winter gehen wir wieder auf Tour. In ausgewählten Städten.
7. Was sind deine kulturellen Empfehlungen?
Veranstaltung: ABOUT POP 2026
Musik: Der Song „Ok“ von Nalan
Buch: AIR oder Faserland von Christian Kracht.
Podcast / Radiobeitrag: Deutschlandfunk 2022, Rainer Maria Rilkes „Duineser Elegien“ hab ich 2022 auf einer Autofahrt in der Nacht gehört. Ist mir immer noch wichtig.
Ansonsten immer wieder Herr der Ringe Hörspiele. Am besten die ungekürzte Fassung.
Hier findet ihr Levin Goes Lightly im Netz:
➡️ Mehr Kultur aus Stuttgart? Weitere Porträts und Interviews hier auf STUGGI.TV
Foto: Aaron Chaudhry













