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Jung.Laut.Kreativ

Jung. Laut. Kreativ. – 7 Fragen an Eleni Sismanidou

Die RedaktionDie Redaktion Veröffentlicht am 8. September 2026
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Die Kulturszene in Stuttgart lebt von Menschen mit Ideen, Haltung und Lust, etwas zu bewegen. In unserem neuen Format „Jung. Laut. Kreativ. – 7 Fragen an …“ lernen wir sie kennen – persönlich und auf den Punkt, in sieben Fragen. Heute dabei: Eleni Sismanidou – Künstlerin.

1. Wer bist du und was treibt dich kreativ an?

Ich bin Eleni Sismanidou, und mein kreativer Motor sind gesellschaftliche Erwartungen. Mich interessiert, wie sie funktionieren, wie sie sich einschreiben und wie man sie unterlaufen kann. Ich versuche, diese Mechanismen auf eine zugängliche, manchmal unterhaltsame Weise sichtbar zu machen und gleichzeitig infrage zu stellen. Dabei ist mir ein ironischer Moment wichtig, der Menschen zum Schmunzeln bringt und im besten Fall zum Nachdenken.

2. Wie bist du zu dem gekommen, was du heute machst?

Die Kunstakademie war ein entscheidender Ort, aber genauso wichtig war mein Interesse für das Irritierende, für das gleichzeitig Schöne und Intellektuelle, das Kunst als Kulturgut zusammenbringt. Geprägt haben mich vor allem Künstler*innen, die mit dem Zeitgeist spielen und gesellschaftliche Fragen ästhetisch verhandeln.

3. Welche Rolle spielt Stuttgart (oder die Region) für dein Schaffen?

Stuttgart ist meine Heimat und mein Möglichkeitsraum. Ein Nährboden, in dem ich weiter wachsen kann und meine Position schärfe. Vielleicht auch, weil die Szene überschaubar ist und man Dinge noch aktiv mitgestalten kann.

Foto: Eleni Sismanidou

4. Was würdest du sagen, zeichnet die Stuttgarter Kreativszene aus & wo siehst du Entwicklungspotenzial?

Stuttgart hat eine Vielzahl avantgardistischer Positionen hervorgebracht, die rückblickend prägend für die westliche Kunstgeschichte waren. Auch heute entstehen hier interessante künstlerische Ansätze. Gleichzeitig braucht die Stadt eine stärkere Performancekunstszene sowie zugänglichere finanzielle Förderstrukturen. Die Antragsprozesse sind oft langwierig und intransparent und durch aktuelle Kürzungen teilweise kaum noch erreichbar.

5. Stuttgart und Kultur: Wo läuft’s gut und wo läuft’s gerade komplett schief?

Was mir Sorgen macht, ist der gesellschaftliche Rechtsruck und die damit einhergehenden Einschränkungen von Kunstfreiheit. Das kann schnell kippen. Wenn Kunst nur noch gefällig sein soll, verliert sie ihre Relevanz.

Foto: Eleni Sismanidou

6. Woran arbeitest du gerade und was steht als Nächstes an?

Ich arbeite aktuell an meinen Silikonarbeiten, unter anderem an steinähnlichen Objekten mit feministischen Affirmationen für eine Ausstellung in der Ukraine. Außerdem durfte ich für Pussy Riot beim Pre-Opening der Biennale in Venedig performen. Im Allgemeinen bewege ich mich an der Schnittstelle von Marktlogiken sozialer Medien, der Fetischisierung weiblicher Kunst im postdigitalen Raum und entwickle aktivistische, performative Formate, die den Male Gaze instrumentalisieren und ins Absurde führen.

7. Was sind deine kulturellen Empfehlungen?

Die Vorlesungsreihe der Horvath Stiftung, die regelmäßig internationale Künstler*innen an die Kunstakademie Stuttgart bringt. Und als Lektüre: Anne-Kathrin Kohout, Hyperreaktiv.

Hier findet ihr Eleni im Netz:

  • Instagram 
  • Instagram / sismastudio
  • Website 

➡️ Mehr Kultur aus Stuttgart? Weitere Porträts und Interviews hier auf STUGGI.TV


Foto: Eleni Sismanidou




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