Jung. Laut. Kreativ. – 7 Fragen an Raoul Grossmann
Die Kulturszene in Stuttgart lebt von Menschen mit Ideen, Haltung und Lust, etwas zu bewegen. In unserem neuen Format „Jung. Laut. Kreativ. – 7 Fragen an …“ lernen wir sie kennen – persönlich und auf den Punkt, in sieben Fragen. Heute dabei: Raoul Grossmann – Geschäftsführer von Raoul Projects.
1. Wer bist du und was treibt dich kreativ an?
Ich bin Raoul, der Geschäftsführer von Raoul Projects, einem Planungsbüro für Kommunikation und Events. Wir setzen Firmen- und Kulturveranstaltungen in Stuttgart und der Region um und legen dabei besonderen Wert auf Nachhaltigkeit. Was mich antreibt, ist vor allem Kultur – sowohl im klassischen Sinne als auch im Unternehmenskontext – weil es mich fasziniert, wie Räume, Atmosphäre und gemeinsame Erlebnisse Menschen wirklich zusammenbringen können. Und dabei sind die spannendsten Orte für Events oft gar keine Veranstaltungsorte. Auch das Thema Nachhaltigkeit nimmt großen Einfluss auf meine Kreativität, da wir, wenn wir nachhaltig in der Veranstaltungsbranche agieren wollen, häufig neue Wege gehen und Dinge ausprobieren müssen, weil es keinen vorgeschriebenen Plan gibt.
2. Wie bist du zu dem gekommen, was du heute machst?
Ich bin ein Kind der Wagenhallen und habe dort ein duales Studium in Messe-, Kongress- und Eventmanagement abgeschlossen. Nach sieben Jahren bei meinem Ausbildungsunternehmen habe ich dann den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Seit 2018 richten wir mit unserem kreativen Planungsbüro die unterschiedlichsten Veranstaltungsformate aus.
3. Welche Rolle spielt Stuttgart (oder die Region) für dein Schaffen?
Stuttgart ist der Ausgangspunkt meines Schaffens. Aber viel mehr als der Ort selbst sind es die Menschen, die ich hier kennenlernen durfte und die mich auf meinem Weg begleitet haben. Dieses Netzwerk ist gleichzeitig Fallschirm und Motor.
4. Was würdest du sagen, zeichnet die Stuttgarter Kreativszene aus & wo siehst du Entwicklungspotenzial?
In Stuttgart schlummert meiner Meinung nach wahnsinnig viel kreatives Potenzial von sehr hoher Qualität. Dabei spreche ich nicht nur von Institutionen, sondern vor allem von den kleineren Kreativen, die oft alleine oder in Verbänden arbeiten, sei es beruflich oder ehrenamtlich. Entwicklungspotenzial sehe ich darin, dass Orte fehlen, an denen Kreative die Möglichkeit haben, sich auszuprobieren – Räume, wo Kreative, Unternehmen und Bürger*innen aufeinandertreffen und miteinander arbeiten können, um voneinander zu profitieren.
5. Stuttgart und Kultur: Wo läuft’s gut und wo läuft’s gerade komplett schief?
Die Sparmaßnahmen haben leider alle getroffen, aber natürlich sind sie für große Institutionen leichter zu verkraften als für viele Freischaffende. Gleichzeitig wird der Leerstand in den kommenden Jahren eher zunehmen. Aus meiner Sicht liegt darin aber auch eine Chance. Diese Orte könnten sinnvoll genutzt werden, um Stadtkultur zu fördern und Stuttgart lebenswerter zu machen. Nicht zu vergessen, dass immer mehr Clubs in der Stadt schließen.
Das Positive, das ich derzeit sehe, ist, dass die jungen Generationen neue kreative Wege gehen und nicht davor zurückschrecken, sich durchzusetzen.
6. Woran arbeitest du gerade und was steht als Nächstes an?
Wir arbeiten derzeit an vielen verschiedenen spannenden Veranstaltungen. Einerseits an klassischen Corporate Events, andererseits aber natürlich auch an unseren wiederkehrenden Sommerformaten wie „Stuttgart am Meer“ oder dem „Leise Festival“.
Außerdem beschäftigen wir uns aktuell viel mit der Frage, wie man Räume temporär transformieren kann, ohne sie dauerhaft verändern zu müssen. Und im Spätsommer kommt noch eine große Sportveranstaltung nach Stuttgart, bei der wir unterstützen dürfen.
7. Was sind deine kulturellen Empfehlungen?
- Eins der zahlreichen Angebote im Lapidarium nutzen. Einer der schönsten Orte in Stuttgart, die derzeit bespielt werden.
- Alles, was das Hotel Central veranstaltet, ist immer lohnenswert.
- The Littmann Sessions: eine Pop-Gala im Opernhaus mit Fuffifufzich und der Heartbreakerei Security, organisiert vom Pop-Büro.
Hier findet ihr Raoul im Netz:
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Foto: Carla Freund














