Die Kulturszene in Stuttgart lebt von Menschen mit Ideen, Haltung und Lust, etwas zu bewegen. In unserem neuen Format „Jung. Laut. Kreativ. – 7 Fragen an …“ lernen wir sie kennen – persönlich und auf den Punkt, in sieben Fragen. Heute dabei: Nils Runge – Nachtmanager Stuttgart.
1. Wer bist du und was treibt dich kreativ an?
Hi, ich bin Nils – Nils Runge –, Nachtmanager der Stadt und Region Stuttgart beim Pop-Büro Region Stuttgart. Ich darf mich um das bunte und wilde Nachtleben bei uns in der Region kümmern und hier treibt mich insbesondere gute Musik und die Chance an, (Club)Kultur neuen und jungen Menschen zu ermöglichen. Ich glaube, in jungen Generationen steckt noch so viel Innovation und Entdeckergeist – das sollten und müssen wir fördern.
2. Wie bist du zu dem gekommen, was du heute machst?
Puhhh…. Ich habe Jahre lang selbst Veranstaltungen und Partys organisiert, dann etwas mit Kultur studiert, immer wieder in ganz Deutschland aufgelegt und irgendwie konnte ich all diese Leidenschaften als Nachtmanager kombinieren. Am Ende bin ich also durch das Nachtleben zum Nachtleben gekommen.
3. Welche Rolle spielt Stuttgart (oder die Region) für dein Schaffen?
Stuttgart und die Region sind mein Mittelpunkt. Mein Zuhause – zumindest im weitesten Sinne. Ich wollte hier eigentlich nie wohnen – das tue ich nun aber trotzdem echt schon lange –, Stuttgart wird wohl immer ein Teil von mir sein, auch wenn ich es mal verlassen sollte. Ich hoffe, dass ich hier auch einen kleinen Fußabdruck im Nachtleben/ der Kulturlandschaft hinterlassen kann.
4. Was würdest du sagen, zeichnet die Stuttgarter Kreativszene aus & wo siehst du Entwicklungspotenzial?
Stuttgart ist Großstadt und kleine Community zugleich. Man kann anonym feiern gehen oder spontan, ohne Verabredung, Freunde treffen. Ankommen und Freunde finden mag hier manchmal schwer sein – es gibt aber echt viele tolle und versteckte Orte und wenn man dann hier Freunde findet, glaube ich, bleiben sie fürs Leben. Es schlummert sehr viel kreatives Potenzial in der Nacht und ihren Begegnungen. Potenzial sehe ich außerdem bei neuen Entwicklungsgebieten, jungen Kollektiven und den Bestandsbetrieben und Menschen, die sich nicht auf Altes verlassen, sondern auch mal neue und unbekannte Wege oder Abkürzungen einschlagen.
5. Stuttgart und Kultur: Wo läuft’s gut und wo läuft’s gerade komplett schief?
Ich glaube, die Lage ist gerade generell angespannt. Verändertes Ausgehverhalten, neue Trends und Konkurrenz, steigende Gagen und (Lebens)Kosten, schrumpfende kommunale Haushalte, politische Verschiebungen. Ich glaube, wir müssen uns die Frage stellen, wie wir auch alternative bzw. Pop bzw. Subkultur und unterrepräsentierte Gruppen stärker unterstützen können. Da stellt sich dann meiner Meinung nach zwangsläufig die Frage, wer aus welchem Topf welche Mittel bekommt und ob sie aktuell fair verteilt sind? Ich glaube, das ist nicht so. Chancen sehe ich darin, dass Nachtleben und Kultur sich in einer immer fortlaufenden Transformation befinden und sich immer neu selbst entdecken und weiterentwickeln. Das dürfen wir nicht bremsen, sondern sollten es so gut es geht fördern!
6. Woran arbeitest du gerade und was steht als Nächstes an?
Gerade steht viel im Zeichen der About Pop bzw. About Night – unserem dreitägigen Festival. Welches auf der einen Seite durch ein intensives und spannendes Konferenzprogramm und auf der anderen Seite durch ein vielfältiges Showcase-Festival mit dem ein oder anderen Geheimtipp begeistert. Daneben laufen viele kleinere und größere Projekte wie das Freiflächenprojekt, der Infrastrukturfonds, die Beratung von Einrichtungen und und und parallel. Mir bzw. uns wird also sicher nicht langweilig.
7. Was sind deine kulturellen Empfehlungen?
Ganz klar die About Pop bzw. die About Night am 11.,12. & 13. Juni 2026 – und ganz besonders das Softopening am Donnerstag – welches neben einem kostenlosen Musikprogramm auch spannende und lustige Einblicke in die Arbeit bei Nacht gewährt. Kommt vorbei! Es lohnt sich. Und wenn man dann genug gefeiert hat, kann man ja im Bürgerwald oder der ein oder anderen super tollen Bar oder Café frische Luft schnappen, innehalten und dankbar sein!
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Foto: Robert Michalk













