Ein letzter Tanz für den 1. Stock: Mit einer großen Blockparty nimmt Stuttgart Abschied von einem Ort, der für viele mehr war als nur eine Bar.
Was Berlin kann, kann Stuttgart schon lange. Das hat die Stadt am 01. Mai einmal mehr bewiesen. Rund 1.500 Fans und Schaulustige versammelten sich in der Steinstraße vor Hausnummer 13 und blickten nach oben. Aus den zwei großen Fenstern des 1. Stocks spielten die Acts direkt auf die Straße hinaus und machten sie kurzerhand zur Bühne. Der Grund: die Blockparty des Kulturvereins Hotel Central e.V. Gemeinsam mit den Nachbarn Vegi Voodoo King, Biarritz Café-Bar und Monaco Grill sowie Artists wie Soulia, den DJ-Duos missm3rcury & Ritmo Cattivo und der Rap-Crew Junge Arbeiter wurde nicht nur gefeiert, sondern auch Abschied genommen.
Im Rahmen der „Letzter Stock“-Tour markierte der Tag das Ende der Bar und damit auch des Zuhauses des Hotel Central e.V. im 1. Stock. Für den passenden Abschluss sorgten die Betty Ford Boys, die trotz zwischenzeitlicher Unterbrechung der Veranstaltung durch die Polizei am Ende doch noch spielen konnten.

Foto: Hotel Central e.V.
Finale Abschiedstour für den 1. Stock
Schon seit Ende März lief die Abschiedstour des 1. Stocks auf Hochtouren: von NOWRUZ (persisches Neujahrs- und Frühlingsfest) über Release-Partys, Lesungen und Buchclub-Treffen bis hin zum bekannten Format „Runde“. Der 01. Mai bildete nun den Höhepunkt dieser Reihe. Doch der 1. Stock war nie nur eine Bar. Er war einer der wenigen Orte in Stuttgart, an denen Kultur noch frei gelebt werden kann. Nachdem die Bar in ihrer ursprünglichen Form nicht weitergeführt werden durfte, übernahm der Verein Hotel Central e.V. die Räumlichkeiten und machte sie zu einem offenen Treffpunkt. Die Wände erzählen ihre eigene Geschichte: von Konzerten, Gesprächen, Lesungen und Experimenten – und vor allem von Freundschaften, die genau hier entstanden sind.

Foto: Hotel Central e.V.
Ein gebührender Abschied
Die Blockparty fühlte sich an wie ein Staffelfinale, das genau liefert, was man sich erhofft. Die Stimmung: ausgelassen. Das Wetter: auf den Punkt. Das Line-up: vielseitig genug, um wirklich alle abzuholen.
Ein besonderes Highlight war das Projection Mapping, das Hausnummer 13 kurzerhand in eine riesige Leinwand verwandelte. Die Straße war bis auf den letzten Meter gefüllt, selbst das Parkhaus und sein Vordach wurden zu Zuschauerplätzen. Überall Menschen, die vor allem eines wollten: gemeinsam eine gute Zeit haben. Und genau das funktionierte. Trotz der dichten Menge blieb alles friedlich: keine Rangeleien, keine Zwischenfälle. Selbst die kurzzeitige Unterbrechung durch die Polizei, um die Verkehrssituation zu entspannen, änderte daran nichts. Danach ging es weiter inklusive verdientem Finale mit den Betty Ford Boys.
Am Ende bleibt vor allem eines: Der Hotel Central e.V. macht genau das, was er am besten kann, Menschen zusammenbringen und Kultur erlebbar machen. Und das für alle. Und wieder zeigt sich, Kultur ist kein Luxus. Sie ist das, was eine Stadt zusammenhält. Warum also daran sparen?
Foto: Hotel Central e.V.













