Kandidatur für den Parteivorsitz: Luigi Pantisano im Interview
Er ist seit 2025 im Bundestag und möchte nun die Nachfolge von Jan van Aken als Parteivorsitzender der Partei Die Linke antreten. Wir haben den Linken-Politiker Luigi Pantisano zum großen Interview getroffen und mit ihm über den Krieg im Nahen Osten, die Ukraine und die Lebenshaltungskosten in Deutschland gesprochen.
Die Linke und internationale Konflikte
Pantisano steht vor der Herausforderung, die Positionen innerhalb seiner eigenen Reihen zusammenzubringen. Während in allen Parteien teilweise hitzig über den Nahostkonflikt und speziell über Gaza gesprochen wird, ist es besonders der linke Nachwuchs, der sich sehr kritisch mit der Rolle Israels beschäftigt. Diesen Diskussionsraum sieht Pantisano als Vorteil seiner Partei. Er betont die Kriegsverbrechen der israelischen Regierung und fordert eine offenere Kritik der Bundesregierung; gleichzeitig äußert er jedoch auch Verständnis für die Sonderrolle Deutschlands aufgrund seiner Geschichte. Zugeständnisse gegenüber Russland in der Ukraine sieht der Stuttgarter Bundestagsabgeordnete als notwendig an, um den Konflikt und das Sterben zu beenden.
Innen- und Sozialpolitik
Die innenpolitischen Positionen von Pantisano erinnern an die Argumente von Heidi Reichinneck, die der Partei Die Linke eine erfolgreiche Bundestagswahl beschert haben. Reichinnek gehört zu den Unterstützerinnen seiner Kandidatur um den Parteivorsitz.
Ein deutlicher Fokus von Pantisano liegt auf der Einnahmenseite durch Vermögens- und Erbschaftssteuer, der Stärkung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in der Industriepolitik sowie der Solidarität mit den Schwächeren in der Gesellschaft. Sanktionen gegenüber den 0,6 bis 0,9 % der Totalverweigerer im Bürgergeld lehnt er ab, ebenso wie die deutlich restriktivere Asylpolitik der Bundesregierung.
Shooting-Star der Linken?
Vielen Journalistinnen und Journalisten in Berlin dürfte der Stuttgarter weitgehend unbekannt gewesen sein, als er seine Kandidatur für den Parteivorsitz der Linken ankündigte. Im Ländle und bei einer jungen Social-Media-Zielgruppe ist Pantisano hingegen deutlich präsenter. Durch die breite Unterstützung anderer prominenter Mitglieder seiner Partei wird es möglichen Gegenkandidat:innen nicht leichtfallen gegen ihn anzutreten. Bis zum Parteitag im Juni könnte sich im Bewerberfeld aber noch etwas tun.
Fotos: STUGGI.TV














