Die Kulturszene in Stuttgart lebt von Menschen mit Ideen, Haltung und Lust, etwas zu bewegen. In unserem neuen Format „Jung. Laut. Kreativ. – 7 Fragen an …“ lernen wir sie kennen – persönlich und auf den Punkt, in sieben Fragen. Heute dabei: Sophia aka soulia, Musikerin aus Stuttgart.
1. Wer bist du und was treibt dich kreativ an?
Ich bin soulia und Songwriterin/Sängerin im Genre Pop, RnB und Hip-Hop. Musik mache ich, seit ich ein Kind bin, und ich habe mich schon immer in jeder künstlerischen Disziplin sehr wohlgefühlt – sei es Musik, Zeichnen, Malen, Tanzen oder andere kreative Ausdrucksformen. Meine Mission ist es, Menschen durch meine Musik wieder zu sich selbst zurückzubringen. Dabei möchte ich alle Gefühle einfangen und in meiner Musik zum Ausdruck bringen. Mein kreativer Antrieb kann aus den kleinsten Dingen im Alltag entstehen: manchmal aus einem Gespräch, aus anderer Kunst oder aus meinen eigenen Emotionen. Erst wenn etwas wirklich mit mir resoniert, entstehen Songtexte, die ich auch gerne auf die Bühne bringe.
2. Wie bist du zu dem gekommen, was du heute machst?
Von 2019 bis 2021 habe ich bei Snipes gearbeitet. Dort lief ständig Musik, woraufhin ich angefangen habe zu freestylen. Zwei meiner Kollegen haben Musik produziert und mir die Basics gezeigt. Danach war ich Feuer und Flamme und wollte es unbedingt selbst lernen. Corona war dann die perfekte Zeit, um viel Zeit in die Musik zu investieren. Über einen guten Freund wurde mir schließlich mein Produzent Fuego Blazini vorgestellt, mit dem ich inzwischen seit fünf Jahren zusammenarbeite. Außerdem habe ich das Privileg, mit unglaublich talentierten Instrumentalist*innen zu arbeiten, mit denen ich auch als Band auftreten kann. Gesungen habe ich schon im Kindergarten, später dann im Chor und in verschiedenen Bands.

Foto: Maximilian Mönig
3. Welche Rolle spielt Stuttgart (oder die Region) für dein Schaffen?
Stuttgart hat vor allem durch meine Erlebnisse und die Menschen hier dazu beigetragen, dass ich die Songs schreiben konnte, die es heute gibt. Einige meiner Texte sind auch in den Weinbergen entstanden – die Natur und die Ruhe dort bringen mich immer wieder zu mir selbst zurück. Seit etwa einem Jahr habe ich mich in Stuttgart stärker vernetzt, nachdem ich ein halbes Jahr in Barcelona gelebt habe. Durch diesen Auslandsaufenthalt habe ich erkannt, dass ich Angst davor hatte, mich wirklich zu zeigen – mit meiner Musik, meinen Ideen und allem, was dazugehört. Als ich das verstanden habe, konnte ich Stuttgart noch einmal ganz neu erleben. Eine zentrale Rolle spielen dabei für mich das Hotel Central und das Pop-Büro.
4. Was würdest du sagen, zeichnet die Stuttgarter Kreativszene aus & wo siehst du Entwicklungspotenzial?
Die Stuttgarter Kreativszene zeichnet sich für mich durch eine große Offenheit aus. Es ist keine abgeschlossene Bubble, in die man kaum reinkommt, wie es vielleicht in anderen Städten der Fall ist. Wenn man Interesse zeigt und zu Events geht, können sich schnell tolle Möglichkeiten ergeben. Natürlich hängt das auch immer davon ab, in welcher Szene man sich bewegt, da können andere Menschen sicherlich unterschiedliche Erfahrungen machen. Dadurch, dass Stuttgart nicht so groß ist wie beispielsweise Berlin, trifft man bei verschiedenen Veranstaltungen oft dieselben Leute wieder, was den Austausch erleichtert. Entwicklungspotenzial sehe ich vor allem bei kleineren, kreativen Veranstaltungen für Newcomer*innen sowie generell für die Szene – zum Beispiel Workshops oder Networking-Events.
5. Stuttgart und Kultur: Wo läuft’s gut und wo läuft’s gerade komplett schief?
Meiner Meinung nach läuft es aktuell sehr gut mit dem Hotel Central und dem Pop-Büro. Gerade im letzten Jahr konnte ich durch diese beiden Institutionen viel lernen und viele neue Kontakte knüpfen. Gleichzeitig sieht man überall, dass öffentliche Haushalte gekürzt werden und leider trifft das häufig den Bereich Kunst und Kultur. Dabei spiegeln gerade diese Disziplinen wider, was junge Menschen bewegt. Ich würde mir wünschen, dass das stärker gesehen wird und dieser Bereich mehr Unterstützung und Wertschätzung erhält.

Foto: Maximilian Mönig
6. Woran arbeitest du gerade und was steht als Nächstes an?
Im Moment arbeite ich daran, mein Album fertigzustellen. Wann es genau veröffentlicht wird, kann ich noch nicht sagen. Inzwischen kündige ich Projekte erst an, wenn ich mir wirklich sicher bin, dass ich sie auch zum gesagten Zeitpunkt veröffentlichen. Für das Album fehlen noch ein paar Songs, die die Geschichte, die ich erzählen möchte, abrunden. Außerdem arbeite ich an einem Konzept für eine Live-Session meiner bisherigen Songs, weil ich es liebe, wie sich meine Musik live noch einmal verändert und neu entfaltet. Mein neuer Song „Let It Go“ ist am 3. April erschienen. Ich könnte noch viel mehr über meine Pläne erzählen, aber ein bisschen Spannung muss ja bleiben …
7. Was sind deine kulturellen Empfehlungen?
Hier findet ihr soulia im Netz:
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Foto: Maximilian Mönig













