Von sicheren Siegern und überraschenden Triumphen: Die Landtagswahl in Baden-Württemberg
Die Landtagswahl hat einige Überraschungen mit sich gebracht: Ein Wahlkampf, der erst auf den letzten Metern so richtig Fahrt aufnahm, und ein zuvor als sicher geglaubter Sieger, der sich selbst noch den Stock in die Speichen gesteckt hat und dem politischen Gegner dafür die Schuld gibt. Ein Kommentar von unserem Chefredakteur Sebastian Braun.
Manuel Hagel hat sich auch selbst geschlagen
Auch wenn die CDU jetzt behauptet, dass auf Seiten der Grünen im Wahlkampf mit unfairen Methoden gearbeitet worden sei, war es doch Manuel Hagel selbst, der mit Aussagen, die man – wie er acht Jahre später selbst einräumte – durchaus als Mist bezeichnen könnte, erstmals so richtig auf der großen Bühne auf sich aufmerksam machte. Davor war der Bekanntheitsgrad des CDU-Spitzenkandidaten noch niedriger.
Auf die Bekanntheit durch das Rehaugen-Interview, seine stinkige Art gegenüber einer Lehrerin oder sein fehlendes Wissen über den Treibhauseffekt hätte Hagel gut und gerne verzichten können. Noch im Herbst lag die CDU scheinbar uneinholbar vor den Grünen. Doch durch seine kleinen Aussetzer in der Öffentlichkeit und sicherlich auch dank der Vorschläge zum Thema Teilzeit von der Bundes-CDU konnte Hagel den Vorsprung am Ende nicht über die Ziellinie retten.
Zur Wahrheit gehört: Özdemir hat die Wahl gewonnen – nicht die CDU die Wahl verloren
Die kleinen Parteien haben unter dem Zweikampf gelitten
Die FDP verliert nach dem Debakel im Stammland Baden-Württemberg endgültig den Boden unter den Füßen. Die Linke beendet ihren Höhenflug seit der Bundestagswahl und verpasst den Einzug in den Landtag. Und SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch kann sich gemeinsam mit Manuel Hagel darüber austauschen, ob es wirklich eine gute Idee ist, sich von einem Kamerateam an eine Gesamtschule oder zu einem Besuch bei einer Tafel mit anschließendem Shoppingtrip nach Frankreich begleiten zu lassen. Die SPD schafft immerhin noch knapp den Einzug ins Parlament, ist allerdings aufgrund der Kräfteverhältnisse in Baden-Württemberg an der Grenze zur Bedeutungslosigkeit angekommen.
Die AfD jubelt – hat aber eigentlich alle Wahlziele verfehlt
Fotos: STUGGI.TV













