Das Image der Stadttaube ist denkbar schlecht: Viele sehen sie als Plage, manche nennen sie sogar „Ratte der Lüfte“. Doch ein genauerer Blick zeigt: Tauben sind mehr als ihr schlechter Ruf. Das Stadttauben-Projekt Stuttgart setzt seit vielen Jahren auf einen anderen Umgang – mit Tierschutz, Geburtenkontrolle und festen Rückzugsorten für die Tiere.
Betreuung statt Vertreibung
Das Stadttauben-Projekt Stuttgart gibt es seit 2008. Gemeinsam mit der Stadt betreibt der Tierschutzverein Stuttgart mehrere betreute Taubenschläge im Stadtgebiet. Dort bekommen die Tiere regelmäßig Futter, Wasser und sichere Nistplätze. Die Taubenbetreuung tauscht außerdem die Eier der Tiere gegen Kunststoffeier aus. So wird Nachwuchs verhindert, ohne den Tauben zu schaden. Seit Ende 2008 bis Ende 2020 wurden in Stuttgart bereits über 50.000 Eier ausgetauscht. Zusätzlich kümmert sich das Projekt um verletzte oder kranke Tauben sowie um verwaist aufgefundene Küken.
Gut für Tauben und das Stadtbild
Das Konzept des Stadttauben-Projekts bringt Vorteile für Tiere und Menschen: Weil Tauben dem Ort, an dem sie brüten, ein Leben lang treu bleiben, verbringen sie einen Großteil ihrer Zeit in den Schlägen. Dadurch landet auch deutlich weniger Taubenkot auf Dächern, Balkonen und Plätzen. Für diesen verantwortungsvollen Umgang mit Stadttauben wurde das Projekt 2015 mit dem Landestierschutzpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet und soll in Zukunft weiter ausgebaut werden.
Foto: STUGGI.TV














