Farbe fliegt durch die Luft, tropft von der Leinwand und landet manchmal auch da, wo sie eigentlich nicht hin soll. Genau darum geht es beim Action Painting. Im ARTBEAT Studio in Stuttgart haben wir getestet, wie viel Spaß in dieser etwas anderen Kunstform steckt – und warum man dafür wirklich kein Talent braucht.
Ein bisschen versteckt, aber voller Farbe
Mitten in der Stuttgarter Innenstadt, in der Charlottenstraße direkt am Olgaeck, liegt das Studio fast unscheinbar zwischen Edeka und Straßenverkehr. Wer vorbeiläuft, ahnt kaum, was sich dahinter verbirgt. Drinnen eröffnet sich jedoch eine ganz eigene Welt: kleine, mit Folie abgeklebte Räume, Musik im Hintergrund, Neonfarben, die leuchten und überall Leinwände, die darauf warten, bemalt zu werden.
Jede Gruppe bekommt ihren eigenen Bereich: ein kleiner kreativer Safe Space, in dem man einfach machen kann, ohne beobachtet zu werden.
Von der Aperol-Idee zum festen Spot
Die Geschichte hinter dem Studio beginnt ziemlich typisch und genau deshalb so sympathisch. Bei einem Aperol-Abend kamen die drei Gründer:innen auf die Frage: Was fehlt eigentlich noch in Stuttgart? Die Antwort war schnell klar: ein Ort, an dem Kreativität nicht an Können gebunden ist. Kein Leistungsdruck, keine Erwartungen. Einfach ein Raum, in dem man sich ausprobieren darf.
Was als spontane Idee begann, wurde zunächst als Pop-up umgesetzt. Das Konzept kam so gut an, dass schnell feststand: Das bleibt nicht nur temporär. Heute ist das ARTBEAT Studio fest am Olgaeck etabliert und zieht immer mehr Menschen an, die Lust haben, etwas Neues auszuprobieren.
So läuft’s ab: Schutzanzug an, Kopf aus
Der Ablauf ist bewusst unkompliziert gehalten. Man bucht sich online einen Slot, meist für etwa eine Stunde, und kommt dann einfach vorbei. Vor Ort schlüpft man in Schutzanzüge, bekommt eine Leinwand, verschiedene Farben und Tools – und dann gibt es eigentlich nur noch eine Regel: Es gibt keine Regeln.
Ob man die Farbe mit den Händen verteilt, sie auf die Leinwand tropfen lässt oder quer durch den Raum schleudert, bleibt komplett einem selbst überlassen. Genau das macht den Reiz aus: Man muss nichts können, um etwas Eigenes zu schaffen.
Das Angebot richtet sich an ganz unterschiedliche Gruppen. Ob als Geburtstag, Junggesellenabschied, Date oder Familienausflug, jede:r kann mitmachen.
Selbstest
Und wie fühlt sich das Ganze an, wenn man selbst vor der Leinwand steht? Am Anfang noch etwas zögerlich, man überlegt kurz, wo man anfangen soll. Mit jeder Bewegung wird es jedoch weniger wichtig, wie das Ergebnis aussieht. Stattdessen rückt der Spaß in den Vordergrund.
Und am Ende? Steht man vor einem Bild, das vielleicht nicht perfekt ist aber genau deshalb irgendwie besonders.
Foto: STUGGI.TV














