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Landtagswahl 2026: So wollen sich die Parteien dem Klimawandel stellen

Jule MüllerJule Müller Veröffentlicht am 2. März 2026
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Extremwetter wie Hitze oder Hochwasser und steigende Energiepreise: Klimapolitik betrifft längst unseren Alltag. Was Baden-Württemberg künftig gegen den Klimawandel tun will, hängt vom Ergebnis der Landtagswahl am 8. März ab. Deshalb lohnt sich ein Blick in die Parteiprogramme.

Die Grünen

Die Grünen haben laut eigenen Angaben seit ihrer Regierungsübernahme 2011 durch Gesetze für weniger CO₂ und mehr erneuerbare Energien einen klaren Schwerpunkt auf Klimaschutz und Klimaanpassung in Baden-Württemberg gelegt. Für die Landtagswahl 2026 will die Partei diese Arbeit weiter vorantreiben. Besonders Projekte wie Geothermie, Biogas oder Wärmepumpen sollen weiter ausgebaut werden. Auch beim Verkehr soll viel passieren: Busse und Bahnen sollen zuverlässiger, günstiger und barrierefrei werden, damit weniger Menschen auf das Auto angewiesen sind. Zudem sollen Städte und Dörfer sollen besser auf Hitze, Trockenheit oder Starkregen vorbereitet werden. Die Grünen betonen, dass sie das 1,5‑Grad-Ziel einhalten und Baden-Württemberg bis 2040 klimaneutral machen wollen.

CDU

Die CDU will sich 2026 für einen Klimaschutz in Baden-Württemberg einsetzen, der „technologieoffen, bezahlbar und planbar“ ist. Auf der einen Seite sollen Treibhausgase gesenkt, auf der anderen Seite die Wirtschaft gestärkt und die Natur geschützt werden. Für den Verkehr setzt die CDU auf Antriebe wie Elektroautos, Hybride, synthetische Kraftstoffe oder effiziente Verbrenner. Insgesamt will die CDU Klimaschutz-Maßnahmen zuerst dort einsetzen, wo pro investiertem Euro am meisten CO₂ eingespart wird. Dabei sollen Vorgaben von Bund und EU eingehalten, zusätzliche Verschärfungen aber abgelehnt werden. Die CDU will Klimaneutralität bis 2040 erreichen, ohne Wirtschaft und Arbeitsplätze zu gefährden.

SPD

Die SPD will „sozial gerechten“ Klimaschutz in Baden-Württemberg umsetzen: klimafreundliche, bezahlbare Gebäude, Anpassung von Städten nach dem „Schwammstadt-Prinzip“ und umweltfreundlicher Verkehr mit Bus, Bahn, sicheren Radwegen sowie 365-Euro-Jugendticket. Zur Unterstützung der Elektromobilität will die SPD viele neue Ladesäulen im ganzen Land aufstellen. Um Baden-Württemberg klimaneutral, aber auch bezahlbar mit Energie zu versorgen, setzt die Partei auf einen starken Ausbau von Solar-, Wind- und Wärmeprojekten. Niemand soll durch Klimaschutz finanziell überfordert werden, deshalb plant die SPD Förderungen für Menschen mit geringem Einkommen.

FDP

Die FDP setzt beim Klimaschutz stark auf Innovation, Technikoffenheit und Marktmechanismen. Die Partei will jede Maßnahme danach bewertet werden, wie viel CO₂ pro eingesetztem Euro tatsächlich eingespart wird. Klimaziele sollen über den europäischen Emissionshandel erreicht werden, nicht über strikte Vorgaben für Bereiche wie Verkehr oder Gebäude. Beim Verkehr will die FDP E-Autos, synthetische Kraftstoffe, Biogas und moderne Verbrenner kombinieren. Städte und Kommunen sollen bei Hitze, Hochwasser und Trockenheit unterstützt werden, aber ohne Pflicht, extra Klimapersonal einzustellen. Eine Klimaneutralität hält die FDP bis 2050 realistisch, wenn Baden-Württemberg im europäischen Rahmen bleibt sowie Wirtschaft und Arbeitsplätze stärkt.

AfD

Die AfD lehnt Klimaschutzpolitik grundsätzlich ab. Sie will bestehende Gesetze und Förderprogramme stoppen, auf heimische Energiequellen wie Gas, Öl und Kernkraft setzen sowie den Verbrennungsmotor erhalten. Wind- und Solarenergie kritisiert die Partei als Belastung für Natur und Landschaft. Statt CO₂ zu senken, will die AfD die Anpassung an Wetterextreme und Katastrophenschutz fördern.

Die Linke

Die Linke koppelt Klimaschutz an soziale Gerechtigkeit. Energie, Wohnen und Mobilität sollen bezahlbar bleiben, Beschäftigte in der Industrie sollen Jobgarantien in klimafreundlichen Berufen bekommen. Erneuerbare Energien will die Partei öffentlich und gemeinschaftlich organisieren, Solargenossenschaften und Mieterstrom sollen günstige Energie liefern. Kommunen sollen mehr Geld für Bus, Bahn und für Maßnahmen gegen Extremwetter erhalten. Die Linke plant, Baden-Württemberg bis 2035 klimaneutral zu machen, mit jährlichen CO₂-Senkungen und hohen Investitionen in Verkehr, Industrie und Infrastruktur, finanziert durch höhere Abgaben für Konzerne und Reiche.

Sonstige Parteien

Beim Klimaschutz unterscheiden sich die Ansätze der kleineren Parteien deutlich. Die Klimaliste fordert schnellen und verbindlichen Klimaschutz nach wissenschaftlichen Vorgaben und will Emissionen in allen Bereichen deutlich senken. Die Tierschutzpartei versteht Klimaschutz als Grundrecht und setzt auf den konsequenten Ausstieg aus fossilen Energien, den Schutz natürlicher Ökosysteme sowie eine grundlegend andere Landwirtschaft, insbesondere durch den Abbau der Tierhaltung. Die ÖDP setzt auf erneuerbare Energien und einen schrittweisen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas, Energieeinsparungen sowie eine Wärmewende. Dabei betont die Partei besonders auch den Schutz von Natur und Arten. Die Freien Wähler setzen beim Klimaschutz vor allem auf neue Technologien wie Wasserstoff und E-Fuels sowie auf Waldschutz und klimafreundliche Stadtentwicklung.  Volt will Baden-Württemberg bis 2035 vollständig mit erneuerbaren Energien versorgen und Städte besser auf Hitze und Hochwasser vorbereiten. Das BSW lehnt Verbote wie das Verbrenner-Aus oder das Heizgesetz ab und setzt stattdessen auf Gebäudesanierung, neue Speichertechnologien und regionale Energieprojekte.


Foto: STUGGI.TV




Jule Müller
Redakteurin

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