Die Kulturszene in Stuttgart lebt von Menschen mit Ideen, Haltung und Lust, etwas zu bewegen. In unserem neuen Format „Jung. Laut. Kreativ. – 7 Fragen an …“ lernen wir sie kennen – persönlich und auf den Punkt, in sieben Fragen. Heute dabei: Sophia aka Leaderin der Band Sofiko.
1. Wer bist du und was treibt dich kreativ an?
Ich bin Sophia, Songwriterin und Leaderin der Band Sofiko.
Mein kreativer Antrieb steckt irgendwo zwischen dramatischen Gefühlen, prägenden Erlebnissen und lustigen Hirnfürzen. Manche Dinge machen mich so wütend oder traurig, dass ich nur gut damit klarkomme, wenn ich sie irgendwie in die Welt hinauskanalisiere. Die Auslöser können dabei ziemlich variieren – manchmal sind es einfach die kleinen, privaten Dinge in meinem Leben, öfter mal bewege ich mich auf einer gesellschaftskritischen, politischen Ebene und manchmal belustigt mich auch einfach ein kleiner Gedanke und dann entsteht daraus ein Lied.
2. Wie bist du zu dem gekommen, was du heute machst?
„Sofiko“ – ursprünglich ein Soloprojekt – gibt es jetzt seit 2018 und hat seitdem einige schöpferische Höhen und Tiefen durchlaufen. Es gab Jahre, da habe ich kaum etwas gemacht, das hing auch stark mit der Pandemie zusammen. Vor zwei Jahren habe ich Tim Heumesser, den Produzenten meiner letzten EP, kennengelernt, mit dem eine tolle Zusammenarbeit entstanden ist. Im letzten Jahr hat sich dann meine Band zusammengefunden, ohne die ich mir „Sofiko“ gar nicht mehr vorstellen möchte. Um es kurz zu sagen: Ich bin im Moment einfach sehr glücklich über die tollen Leute, die Teil dieses Projekts sind und ohne die das alles gar nicht möglich wäre.
3. Welche Rolle spielt Stuttgart (oder die Region) für dein Schaffen?
Stuttgart – vor allem das Popbüro der Region Stuttgart – spielt für mein Schaffen eine zentrale Rolle. Ich hatte besonders in den letzten zwei Jahren durch unterschiedliche Förderprogramme und Angebote für Newcomer Artists viele Möglichkeiten, mich weiterzubilden, meine EP zu produzieren und zu promoten und Kontakte zu knüpfen, die für mich heute essenziell sind. Ich habe diese Unterstützung in Stuttgart in einer Form erlebt, wie nie zuvor und bin dafür sehr dankbar. Gerade für zugezogene FLINTA*-Artists ohne großes Netzwerk, Budget oder institutionellen Zugang (künstlerische Studiengänge etc.) zur lokalen Musikszene ist das wirklich eine großartige Sache.

Foto: Sofiko
4. Was würdest du sagen, zeichnet die Stuttgarter Kreativszene aus & wo siehst du Entwicklungspotenzial?
Ich würde sagen, die Szene in Stuttgart zeichnet aus, dass sie gleichzeitig groß und dann aber wieder klein ist. In der Musikszene aber auch darüber hinaus kennt man sich meistens über eine Ecke. Gleichzeitig gibt es trotzdem Bubbles, die sich nicht berühren und auch nach außen nicht wirklich offen und schwer greifbar sind. Da sehe ich auf jeden Fall mehr Synergiepotenzial an der ein oder anderen Stelle. In Stuttgart gibt es viele große Konzertlocations, ich finde aber, dass es mehr Orte für die Subkultur geben sollte, an denen wirklich regelmäßig auch mittelgroße und nischige Artists spielen. Es könnte auch mehr regelmäßige Auftrittsmöglichkeiten für Newcomer*innen und noch nicht etablierte Musiker*innen geben – irgendwie müssen sie sich ja etablieren. Da läuft einfach viel über Connections und wenn man die nicht hat, hat man meistens Pech gehabt.
5. Stuttgart und Kultur: Wo läuft’s gut und wo läuft’s gerade komplett schief?
Absolut schlecht läuft natürlich die städtische Haushaltslage und die damit verbundenen Kürzungen für Kunst und Kultur. Gerade für Subkultur fehlen nicht nur Fördergelder, sondern oft schon ganz grundsätzlich Räume und verlässliche Strukturen. Ich finde es umso erstaunlicher und bewundernswerter, wie die vielen engagierten Menschen in Kollektiven und Vereinen sich davon nicht beirren lassen und es trotzdem immer wieder schaffen, mit begrenzten Mitteln wirklich tolle Veranstaltungen und Initiativen auf die Beine zu stellen.

Foto: Sofiko
6. Woran arbeitest du gerade und was steht als Nächstes an?
Dieses Jahr wollen wir als Band so viel wie möglich auftreten. Es macht wirklich sehr viel Spaß und wir sind motiviert, mehr Menschen auf uns aufmerksam zu machen. Wir planen außerdem auch bald die nächsten Aufnahmen, da gibt es auf jeden Fall genug Material.
7. Was sind deine kulturellen Empfehlungen?
Da fällt mir spontan die Leipziger Band Frau Lehmann ein, auf die mich neulich ein Freund aufmerksam gemacht hat. Lohnt sich sehr, da mal reinzuhören!
Hier findet ihr Sofiko im Netz:
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Foto: Sofiko













