Ricarda Lang im STUGGI.TV-Interview: Sollten den Rechtsextremen nicht die Emotionen überlassen
Kurz vor der Landtagswahl haben wir mit Grünen-Politikerin Ricarda Lang gesprochen. Wir haben sie mit den Anliegen junger Stuttgarterinnen und Stuttgarter rund um Klimaschutz, Wirtschaft und Zukunftsängste konfrontiert. Und wir wollten wissen: Warum fühlt sich Politik oft nach großen Versprechen, aber nach wenig Veränderung an?
Rücktritt und Neustart
Nach schwachen Wahlergebnissen ist Lang 2024 als Parteivorsitzende der Grünen zurückgetreten. Heute sagt sie: Der Schritt war richtig, aber die Probleme der Partei gingen tiefer als nur einzelne Personen. Eine Rückkehr in eine Führungsrolle schließt sie nicht aus. Gleichzeitig betont sie: Der Rücktritt hatte auch persönliche Gründe. In der Zeit danach hat sie nach eigenen Worten viel Selbstbewusstsein gewonnen und das will sie nicht wieder verlieren. Jetzt gehe es erstmal darum, bei sich zu bleiben.
Politik auf Social Media
Mit rund 250.000 Followern auf Instagram zählt Ricarda Lang zu den reichweitenstärksten Politikerinnen Deutschlands. Ihr Ansatz: authentisch bleiben. Sie sagt: Politik muss online emotionaler werden und nicht nur erklären. Die AfD mache das auf TikTok sehr erfolgreich und spreche damit deutlich mehr junge Menschen an als andere Parteien. Auf Social Media spricht Lang auch Hasskommentare und Body Shaming offen an. Sie arbeitet mit HateAid zusammen und setzt sich gegen digitale Gewalt ein – auch für Menschen, die selbst keine große Plattform haben.
Grüne in BW: Mehr Wirtschaft, weniger Klima?
Besonders während einem Wahlkampf haben viele junge Menschen das Gefühl: Politik verspricht viel und liefert wenig. Ricarda Lang versteht diesen Frust. Gleichzeitig brauche es in Koalitionen Kompromisse. Sie wünscht sich aber mehr Ehrlichkeit darüber, was wirklich umsetzbar ist. Aktuell stehen die Grünen in Baden-Württemberg vor einer entscheidenden Wahl. In ihrem Landtagswahl-Programm geht es stark um das „Auto der Zukunft“ und „mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben“. Wir haben bei Lang nachgefragt: Ist Klimaschutz nicht mehr das Zugpferd der Partei, sondern die Industrie? Die Grünen-Politikerin widerspricht. Für sie ist das kein Kurswechsel, denn Wirtschaft und Klima seien kein Gegensatz – gerade in einem Autoland wie Baden-Württemberg funktioniere das eine nicht ohne das andere.
Foto: STUGGI.TV













