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Stuttgart heute

Landtagswahl 2026: So unterschiedlich denken die Parteien zum Thema Bildung

Celine Lademann Veröffentlicht am 23. Februar 2026
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Am 8. März entscheiden die Bürger*innen über die Zukunft des Landes – und damit auch über die Schulen in Baden-Württemberg. Die Parteien verfolgen dabei sehr unterschiedliche Ansätze: von Digitalisierung und Ganztag bis hin zum neunjährigen Gymnasium. Ein Überblick über die wichtigsten Ideen, Unterschiede und Streitpunkte in der Bildungspolitik.

 

Die Grünen

Die Grünen wollen Schulen und Kitas gezielt stärken, etwa mit Mitteln aus dem Bundes-Sondervermögen, von denen laut Partei zwei Drittel an die Kommunen gehen würden. Dabei stehen moderne Schulinfrastruktur, digitale Ausstattung und sanierte Schulgebäude für sie im Fokus. Mit der Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) sollen Schüler*innen mehr Zeit für individuelles Lernen bekommen. Außerdem wollen die Grünen Medienbildung, Informatik, Basiskompetenzen sowie Demokratie-, Berufs- und Finanzbildung stärken, um allen Jugendlichen Bildungschancen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft zu ermöglichen.

CDU

Die CDU in Baden-Württemberg hält am gegliederten Schulsystem mit Hauptschule, Realschule und Gymnasium fest. Besondere Förderung soll bereits im letzten Kita-Jahr beginnen, damit alle Kinder mit grundlegenden sprachlichen, mathematischen und sozialen Fähigkeiten in die Schule starten. Realschulen sollen gestärkt und wieder bilingual unterrichten dürfen. Berufliche Schulen will die CDU zu regionalen Kompetenzzentren für Aus- und Weiterbildung, Technologien sowie Existenzgründung ausbauen, während die Berufsorientierung an allen Schulen intensiviert wird. Beim digitalen Unterricht setzt sie auf einheitliche Endgeräte, private Smartphones im Unterricht lehnt die CDU ab.

SPD

Die SPD stellt Chancengerechtigkeit in den Mittelpunkt ihrer Bildungspolitik – von der frühkindlichen Bildung bis zur Hochschule und von Ausbildungsplätzen bis zur Erwachsenenbildung. Kinder sollen unabhängig vom Geldbeutel der Eltern gleiche Startbedingungen haben. Das letzte Kita-Jahr soll verpflichtend als Vorbereitung auf die Schule dienen und die Betreuung für unter Dreijährige weiter ausgebaut werden. Bundesmittel für Schulbau und Sanierung will die SPD gezielt in moderne Schulgebäude stecken. Gemeinsam mit den Grünen hat die SPD bereits die Verankerung von Ganztagsschulen im Grundgesetz unterstützt, um Lernen und Betreuung stärker zu verbinden.

FDP

Die FDP in Baden-Württemberg setzt auf mehr Eigenständigkeit der Schulen, praxisnahe Bildung und digitale Kompetenzen. Die Partei will digitale Bildung und den Einsatz von KI im Unterricht fördern, verbindliche Finanzbildung einführen und Ethikunterricht bereits ab Klasse 1 anbieten. Zudem sollen Werkrealschulen zurückkehren, Inklusion besser ausgestattet und der Numerus Clausus an Pädagogischen Hochschulen abgeschafft werden. Im Vergleich legt die FDP mehr Gewicht auf Schulautonomie und Wahlfreiheit, während SPD und Grüne stärker auf Ganztag, Chancengleichheit und Modernisierung setzen.

AfD

Die AfD will Schulen mehr Autonomie geben und Bildung stärker dezentral organisieren. Die Schulpflicht soll in eine Bildungspflicht umgewandelt werden, wodurch Homeschooling stärker ermöglicht würde. Als Voraussetzung für den Grundschulbesuch fordert die AfD ausreichende Deutschkenntnisse; Kinder ohne diese sollen zunächst in Vorschulklassen gefördert werden. Außerdem spricht sich die Partei für die Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums aus.

Die Linke

Die Linke in Baden-Württemberg setzt auf ein kostenfreies und inklusives Bildungssystem. Sie fordert kostenfreie Ganztagsschulen mit Zusatzangeboten in Sport, Musik und Kreativität, Ethikunterricht statt Religionsunterricht und längeres gemeinsames Lernen. Schulen sollen außerdem gut ausgestattet sein, auch digital. Besonders im Fokus stehen für Die Linke soziale Gerechtigkeit, Sprachförderung, Medienkompetenz und die Unterstützung von Kindern aus benachteiligten Familien.

Sonstige Parteien

In der Bildungspolitik setzen die Parteien unterschiedliche Schwerpunkte, zeigen aber auch gemeinsame Linien. Die Freien Wähler fordern eine verlässliche, familienorientierte Bildung mit Ganztagsbetreuung, kleineren Klassen, moderner digitaler Ausstattung, G9 sowie Wahlfreiheit zwischen den Schularten. Volt plädiert für ein gemeinsames, leistungsbasiertes Schulsystem mit kleinen Klassen, modernen und barrierefreien Lernhäusern sowie flexiblen Lernniveaus statt starrer Schulformlogik. Das BSW hebt sich davon ab und fordert militärfreie öffentliche Einrichtungen, gebührenfreie Kitas, flächendeckende Ganztagsschulen, mehr kulturelle Bildung sowie klare Grundschulstandards ohne Smartphones bis zur vierten Klasse. Bündnis C setzt auf ganzheitliche Bildung durch enge Zusammenarbeit von Schule, Elternhaus und Gesellschaft, ergänzt durch verlässliche Lehrkräfte, kleine Klassen und starke Schulsozialarbeit. Die Partei für Verjüngungsforschung fokussiert sich auf den Ausbau von Universitäten und Ausbildungsplätzen in natur- und lebenswissenschaftlichen Zukunftsfeldern, während die Tierschutzpartei kleine Klassen, ausreichend Lehrkräfte sowie den Ausbau von Ganztags- und Gesamtschulen mit verlässlicher Betreuung fordert.

 


Foto: STUGGI.TV




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