Social Media ist fester Bestandteil des Alltags von Jugendlichen und spielt für sie eine wichtige Rolle in der politischen Bildung. Häufig schenken sie Influencer*innen mehr Vertrauen als Politiker*innen und entwickeln auf diese Weise ihre politische Meinung.
Lange Mediennuztung
Kinder kommen schon sehr früh mit digitalen Medien in Kontakt. Eine Studie von bitkom.org zeigt, dass 98 % der Kinder und Jugendlichen ab 6 Jahren bereits ein Smartphone oder Tablet benutzen – und das durchschnittlich 49 Minuten pro Tag. Im Kindesalter sind soziale Medien wie WhatsApp, Instagram, TikTok und Snapchat noch nicht so wichtig, doch im Jugendalter werden sie immer wichtiger und häufiger benutzt, sodass die Zeit online bei jungen Menschen bereits bei 2 Stunden und 46 Minuten pro Tag liegt. Die lange Mediennutzung entsteht dadurch, dass Jugendliche nichts verpassen wollen und deshalb so lange online bleiben.
Wie werden Jugendliche beeinflusst?
Da Jugendliche hauptsächlich von digitalen Medien umgeben sind, werden sie folglich auch vor allem von ihnen beeinflusst. Genau genommen werden 56 % der Jugendlichen von Medien beeinflusst, 44 % von ihren Freund*innen und 31 % von ihren Eltern. Durch Lehrer*innen in der Schule werden hingegen nur 5 % der Jugendlichen beeinflusst.
Politik auf Social Media
Die mit Abstand wichtigste Informationsquelle für Jugendliche, um politische Themen wahrzunehmen, ist Social Media, insbesondere Instagram und TikTok. 74 % der jungen Menschen zwischen 16 und 27 Jahren geben an, dass dies der beliebteste Ort ist, um Politik mitzubekommen. Inzwischen gibt es zahlreiche Content Creator, die sich mit Politik auseinandersetzen und das Vertrauen sowie ein Follow von 60 % der Jugendlichen gewonnen haben. Politiker wirken oft nicht authentisch, weshalb junge Menschen ihnen nicht wirklich vertrauen. Content Creator erklären dagegen komplexe politische Themen verständlicher, sodass Jugendliche Politik wirklich nachvollziehen können – und genau deshalb sind sie bei ihnen besonders beliebt.
Allerdings kann das auch schnell gefährlich werden, denn Influencer*innen können durch das Vertrauen ihrer Follower ihr eigenes Meinungsbild in die Meinungen der Jugendlichen einfließen lassen. Im Gegensatz zu “klassischen Medien” fehlt hier oft die redaktionelle Kontrolle und die klare Trennung von Meinung und Fakten.
Autorin: Marija Vidackovic
Foto: STUGGI.TV













