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Pro und Contra: Auslandsaufenthalt mit oder ohne Organisation?

Am Sandstrand von Mauritius Cocktails schlürfen oder sich mit einem Rucksack durch den vietnamesischen Dschungel kämpfen: Der Auslandsaufenthalt ist für viele Schüler oder Studenten mittlerweile fast zur Pflicht geworden. Aber wie organisiert man den Trip seines Lebens so, dass er auch wirklich ein unvergesslicher Lebensabschnitt bleibt?

VON KATRIN NÖBAUER

Auf der Jugendbildungsmesse versuchen zahlreiche Organisationen die Besucher für ihre Angebote zu begeistern: Von Sprachreise, über Grundschüler Unterrichten bis hin zum Auslandspraktikum ist alles dabei. Wieso die Jugendlichen sich ihrer Meinung nach Hilfe bei der Planung des Auslandsaufenthalts holen sollten, erklärt Lars Tietz (auf dem Foto links) von der Global Youth Group. Aus seiner Sicht habe man bei der Reiseplanung mehr Sicherheit: „Bei uns gibt es Ansprechpartner vor Ort und eine 24-Stunden-Notrufnummer. Auf Wunsch wird alles von uns organisiert. Wenn man beispielsweise AuPair machen möchte, sind unsere Gastfamilien alle geprüft.“ So müsse man sich nicht bei der Kommunikation auf Facebook verlassen.

Auf der Jugendbildungsmesse stellen viele Agenturen, Austauschorganisationen und Reiseveranstalter ihre Auslands-Angebote vor. (Foto: STUGGI.TV/Nöbauer)

Starthilfe oder Rundum-Planung: Angebote sind vielfältig

Sascha Lutz war für acht Monate zum Work & Travel in Australien und hat sich für die erste Woche ein Starter-Paket bei Praktikawelten geholt. Darin waren Flüge und Unterkunft enthalten, außerdem hat er vor Ort direkt eine Sim-Karte fürs Smartphone und ein eigenes Bankkonto erhalten. „Dadurch konnte ich mich direkt auf die Jobsuche konzentrieren, während andere zwei Wochen lang erst mal einen Internet-Zugang finden mussten.“ Vor allem denjenigen, die sich mit der englischen Sprache noch etwas schwerer tun, würde er die Unterstützung einer Organisation empfehlen. So könne bereits im Vorfeld abgesichert werden, dass der Grundrahmen des Aufenthalts im Sinne des Reisenden erfolgt und es keine Missverständnisse im Bezug auf die Anreise bzw. die Qualität der Unterbringung gibt. Sascha Lutz hat selbst schon erlebt, dass Neuankömmlinge wegen einer misslungenen Planung wieder die Rückreise antreten mussten.

Sascha war in Australien sehr froh über die Hilfe von Praktikawelten in den ersten Tagen. (Foto: STUGGI.TV/Nöbauer)

Hilfe bei der individuellen Reisezusammenstellung

Einige Organisationen und Reiseveranstalter bieten auch die Möglichkeit an, junge Weltenbummler nur bei einigen Teilen der Reise zu unterstützen. Das kann nur der Flug und die erste Übernachtung sein, aber auch Hilfe beim Beantragen der Versicherung oder beispielsweise einem Buspass vor Ort. Das Reisebüro STA Travel möchte sich beispielsweise ganz nach den Wünschen der Reisenden richten: „Unsere Kunden sagen uns, was sie wollen, und wir stellen das dann zusammen und geben Tipps. Immerhin haben wir Erfahrung und wissen, was mehr Sinn macht und was vielleicht weniger“, erklären Patrizia und Brigitte vom Reisebüro in Stuttgart.

Bei STA Travel in Stuttgart können Jugendliche ihre Reise individuell zusammen stellen. (Foto: STUGGI.TV/Nöbauer)

Was aber spricht gegen das Reisen mit einer Organisation?

Wenn ihr euren Auslandsaufenthalt komplett selbst plant, setzt ihr euch viel genauer mit den Gepflogenheiten des Ziellandes auseinander: Was ist erlaubt, was nicht? Worauf sollte man achten? Eine gute Vorbereitung kann so manch böse Überraschung ersparen. Nebenbei lernt ihr viel über Planung und Organisation: Ihr seid selbst dafür verantwortlich, dass alles läuft, niemand sonst. Das ist eine gute Vorbereitung für das Arbeitsleben. Gleichzeitig seid ihr aber auch viel flexibler, wenn ihr eure Reise selbst plant: Lernt ihr beispielsweise unterwegs jemanden kennen, der euch von einem absoluten Geheimtipp vorschwärmt, dann ändert ihr eure Reiseroute eben spontan, um dieses Erlebnis noch mitzunehmen. Ihr habt die Wahl, ob ihr alles vorplant oder etwas Luft für spontane Entscheidungen lasst. Gerade in den klassischen Backpacker-Ländern wie Australien oder Thailand werdet ihr jede Menge Menschen treffen, die euch Tipps geben können. Generell seid ihr niemandem verpflichtet und müsst eure Entscheidungen nicht rechtfertigen.

Sparen durch eigenständiges Planen

Viele Entdecker planen ihren Auslandsaufenthalt eigenständig, um Geld zu sparen. Bei manchen Agenturen, kann man durch Rabatte zwar teilweise sogar günstiger wegkommen, oft zahlen Reisende aber drauf – der Aufwand muss sich für den Anbieter schließlich auch lohnen. Für euch lohnt sich hier oft ein Blick auf Erfahrungsberichte und Seitenbewertungen. Gerade wenn ihr Bekannte im Zielland habt oder euch mit den Gegebenheiten dort schon gut auskennt, ist die kostenpflichtige Unterstützung bei der Planung durch eine Organisation meist nicht nötig.

Verantwortung auch bei einer selbstgeplanten Reise nicht ganz alleine tragen

Nur weil ihr nicht mit einer Agentur verreist, heißt das noch lange nicht, dass ihr alleine reisen müsst: Ihr könnt die Welt gemeinsam mit euren besten Freunden entdecken. Mit euren Travel-Buddies teilt ihr euch dann die Verantwortung und habt jemanden dabei, der jede Entscheidung noch einmal aus einem anderen Blickwinkel abwägen kann: Wirkt der Couchsurfing-Anbieter wirklich vertrauenswürdig? Lohnt es sich, ein Taxi zu nehmen oder doch lieber den Bus? Zu zweit oder in einer Gruppe seid ihr auf jeden Fall sicherer und habt immer jemanden dabei, auf den ihr euch verlassen könnt.

Beide Möglichkeiten können richtig für euch sein

Ihr werdet im Ausland auf jeden Fall viel erleben, egal ob ihr euch beim Planen professionelle Unterstützung holt oder auf eigene Faust loszieht. Beide Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile, die ihr gründlich gegeneinander abwägen solltet. Im Endeffekt ist die Entscheidung aber eine Typ-Frage und sollte jedes Mal individuell getroffen werden.

 

Fotos: STUGGI.TV/Nöbauer, Clipdealer

Fragen zum Text? Katrin Nöbauer

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