Foodcheck (7): Wie schmecken die schwäbischen Tapas im Gasthaus Bären?

Spanische Tapas kennt jeder, aber schwäbische? Das Gasthaus Bären serviert schwäbische Gerichte in Mini-Variante: Von Maultaschen bis Käsespätzle ist alles dabei, was das schwäbische Herz begehrt. Unsere Redakteurin Julia Schuster hat sich für euch durchprobiert. 

VON JULIA SCHUSTER

Wie schön wäre es, sich nicht zwischen Käsespätzle, Maultaschen oder Schnitzel entscheiden zu müssen – sondern alles serviert zu bekommen, nur eben in kleineren Häppchen? Das dachten sich wohl die Besitzer des „Gasthaus Bären„. Sie servieren schwäbische Tapas. Hier kommt das Essen in kleiner Variante. Zur Auswahl stehen jede Menge schwäbische Gerichte: Maultaschen, Putenschnitzel, Putenpfanne, Käsespätzle, Spätzle, Schupfnudeln, Knödel, Kartoffelsalat und vieles mehr.  Neben den herzhaften Varianten gibt’s auch eine ausgefuchste Cocktailkarte mit Getränkenamen wie „Die Affäre“, „Die Krankenschwester“ oder „Der Anwalt“.

VIDEO: Das sagt die STUGGI.TV Redakteurin zum „Gasthaus Bären“

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Die Location: Die Speisekarte ist ein Schulheft

Der ein oder andere wird die Location schon vom Feiern kennen. Das Gasthaus Bären hat nämlich einen prominenten Vormieter: Bis Ende 2016 gab es dort im Club Zwölfzehn Beats auf die Ohren. Jetzt wurde aus dem Club ein geräumiges Gasthaus aka Bar. Diese ist liebevoll und stilsicher dekoriert und, wie könnte es auch im Kessel anders sein: Auch irgendwie ziemlich hipster. Die Reservierungen werden vom MacBook abgelesen. Die Speisekarte ist ein Schulheft, Getränke und Essen sind mit Bleistift notiert. Man kann draußen sitzen, sitzt dann allerdings direkt an der Straße. Auch ist die Musik etwas laut, um sich drinnen zu unterhalten.

Hier findet ihr das Gasthaus Bären:

Adresse: Paulinenstraße 45, 70178 Stuttgart

Öffnungszeiten: Mo – Do 12:00 – 01:00 Uhr, Fr – Sa 12:00 – 03:00 Uhr

Der Service: Sie waren stets bemüht

Zuerst wird man vom Kellner an den Tisch geführt. Hier war nachmittags das Restaurant fast komplett frei, trotzdem sollten wir an einem Innentisch sitzen. Auf Nachfrage dauerte es etwas, bis wir in den Außenbereich (zur Erinnerung: 3/4 der Außentische waren frei) wechseln durften. Dabei konnten wir noch mitbekommen, wie einer der Kellner den anderen Kellner vor uns kritisierte. Schwamm drüber denken wir, bis uns der dritte Kellner mit „Habt ihr Durscht?“ begrüßt. Toppen konnte das dann nur noch unsere Bestellung: Statt Schupfnudeln ohne Sauerkraut wurden uns kommentarlos Schupfnudeln mit Sauerkraut hingestellt (und berechnet), statt dem bestellen Kartoffelsalat ein Karotten-Sellerie-Salat. Nach Kritik bekamen wir statt dem Karotten-Sellerie-Salat erst einmal keinen, später auf Nachfrage dann doch noch den bestellten Kartoffelsalat. Die Gerichte kamen außerdem alle sehr zeitversetzt, sodass es unmöglich war, zwei Gerichte gleichzeitig (z. B. sein Putengeschnetzeltes mit Spätzle) warm zu essen oder überhaupt gemeinsam zu essen. Der Service konnte uns damit nicht überzeugen, obwohl zwei der vier Kellner, die wir hatten, sich wirklich bemüht zeigten.

Der Geschmack: Solide schwäbische Küche mit Zutaten aus der Region

Kann man etwas gegen schwäbisches Essen einwenden? Zu Testzwecken wurden die Gerichte Spätzle, Kartoffelsalat, Knödel mit Pilzragout, Putenpfanne mit Rahm und die Schupfnudeln probiert. Zwar kommt gegen Omas schwäbische Gerichte nix an, geschmacklich schneidet das Gasthaus Bären aber grundsolide ab. Die Spätzle schmecken alleine etwas fad, da braucht es schon Soße dazu. Die Rahm- und Pilzsoßen eignen sich dafür hervorragend zum Dippen. Die Empfehlung unseres Kellners – Knödel mit Pilzragout – entpuppte sich als goldrichtig. Die Putenpfanne schmeckt ebenfalls lecker. Nach eigener Aussage kommt das Fleisch ausschließlich von der Metzgerei Bienzle aus Möhringen, der Käse aus Bio-Betrieben von der Schwäbischen Alb oder aus dem Allgäu. 

Die Preise: Ein Nutellabrot für 2,50 Euro

Die Schwäbischen Tapas kosten zwischen 3,90 Euro (Spätzle, Schupfnudeln) und 7,10 Euro (Rindergulasch). Die meisten Gerichte bewegen sich dabei zwischen 4 Euro und 5 Euro, Fleischgerichte bei 6 Euro. Ein Kartoffelsalat schlägt mit 4,30 Euro zu Buche. Die Preise sind dadurch nicht gerade günstig und je nach Gericht nicht immer gerechtfertigt. Die günstigen Spätzle mit 3,90 Euro kann man zwar bestellen, braucht dazu aber auch eigentlich eine Soße. Sobald man mehr als ein Gericht bestellt, wird es schnell teuer. Für zwei Personen lässt man auf jeden Fall 30 Euro liegen, wenn man ansatzweise satt werden will. Auf der Karte findet man auch einiges Skurriles: Ein Nutellabrot für 2,50 Euro. Wer das bestellt, ist uns leider nicht überliefert.

Fazit: Die Idee der schwäbischen Tapas ist absolut geil, die Umsetzung darf aber gerne optimiert werden. Vielmehr entsteht der Gedanke, dass das Gasthaus Bären mehr als Bar denn als Gasthaus dient – und die schwäbischen Tapas sind eben ein nett gemeinter Gag.

Jetzt wird es ernst: Die Punktevergabe für das „Gasthaus Bären“

  • Location = 3
  • Service = 1
  • Geschmack = 3
  • Preis/Leistung = 2

Gesamtpunktzahl: 2,25 von 5 Punkten

 

Fotos: STUGGI.TV

Redakteurin Julia Schuster

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