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Der VfB schafft gegen den HSV nur ein 1:1-Remis

Die Stimmung der VfB-Fans nach dem Abpfiff war gespalten: Nach dem Remis gegen den Hamburger SV konnte man von der Haupttribüne Pfiffe, aus dem Fanblock in der Cannstatter Kurve Applaus hören. Ein Sinnbild für die Situation nach dem 1:1. Die Europa-League-Träume können die Schwaben erst einmal begraben, während der Klassenerhalt für den VfB nun wohl endgültig gesichert ist. 

Vom VfB berichtet David Rau

Beide Mannschaften begannen das Spiel aus einer stabilen Grundordnung heraus, die Gäste aus Hamburg wirkten giftiger. Die Führung für den HSV in der 18. Minute war auch gleichzeitig der erste Torschuss. Hamburgs Stürmer Luca Waldschmidt konnte auf der linken Seite den VfB-Innenverteidiger Marcin Kaminski umspielen und zog ab, Torhüter Ron-Robert Zieler konnte den Schuss aus spitzem Winkel nicht halten, den Abpraller nutzte Lewis Holtby zur 1:0-Führung für die Gäste. Der VfB spielte nach dem Rückstand weiterhin defensiv orientiert mit zu wenig Bewegung im Spiel.

Der Ausgleich für den VfB kommt überraschend

Erst in der 31. Minute hatte Daniel Ginczek die erste größere Tormöglichkeit. Er konnte sich auf der linken Seite durchsetzen und zog aus spitzem Winkel ab: Zu leichte Beute für den HSV-Torhüter Pollersbeck. Kurz vor der Halbzeit dann der etwas überraschende Ausgleich für das Team von Trainer Tayfun Korkut: Insua flankte in die Mitte, der Ball landete bei Erik Thommy, der abzog, Pollersbeck konnte den Ball nicht halten und Daniel Ginczek stand genau richtig und schob zum 1:1-Ausgleich ein. Ein für den VfB etwas schmeichelhafter Halbzeitstand.

Korkut wechselt zur Pause offensiv

Tayfun Korkut stellte nach der ersten Halbzeit offensiv um: Für Kaminski in der Innenverteidigung, für den Pavard in die Mitte rückte, kam Chadrac Akolo ins Spiel. Der kam in der 50. Minute gleich zum Torschuss. Den von der rechten Seite abgefeuerte Schuss konnte Pollersbeck jedoch sicher parieren. In der 54. Minute die nächste Möglichkeit für den VfB. Nach einer Flanke von Kapitän Gentner kam Ginczek zum Kopfball, der jedoch nicht genug Druck auf den Ball bekam. Durch die offensive Umstellung brachte der VfB mehr Druck ins Spiel, presste früher und kam so in der 64. Minuten zur nächsten Chance. Erik Thommy schlenzte von der Strafraumgrenze, der Ball landete jedoch über dem Tor.

Pfiffe und Applaus zum Abpfiff

Im zweiten Teil der zweiten Halbzeit verflachte das Spiel zunehmend, die Bemühungen des VfB wirkten kaum zwingend. Den HSV verließen die Kräfte, das Tabellenschlusslicht beschränkte sich auf Konterchancen. Am Ende kam es zum Schlagabtausch, doch kein Team konnte den Lucky Punch setzen. Die Partie endete 1:1, ein verdientes Ergebnis für beide Mannschaften. Zum Abpfiff waren in der Mercedes-Benz-Arena vereinzelt Pfiffe von enttäuschten Fans zu hören, vom Fanblock wurde die Mannschaft etwas später beklatscht. Nach dem Remis muss sich der VfB vorerst von den Europa-League-Träumen verabschieden, mit 38 Punkten ist der Klassenerhalt aber wohl endgültig gesichert.

Unter dem Strich eine durchwachsene Leistung

Was bleibt, ist eine eher durchwachsene Leistung des Teams aus Bad Cannstatt. Gerade die Offensivaktionen waren insgesamt kaum zwingend. Am kommenden Sonntag müssen die Schwaben dann auswärts bei Borussia Dortmund ran. Ob im Signal-Iduna-Park etwas drin ist, wird man am Sonntag, 8.4 um 15:30 Uhr (live bei Sky) erfahren. Nach Abpfiff gibt es dann wieder die besten Twitter-Stimmen zum Spiel.

AUFSTELLUNG DES VfB STUTTGART

Zieler – Pavard, Badstuber, Kaminski (Akolo ab 46. Min.), Insua – Ascacibar, Aogo (Mangala ab 88. Min.) – Gentner, Thommy (Bruun Larsen ab 77. Min.) – Gomez, Ginczek

TORE

0:1 – Lewis Holtby (18. Min.)

1:1 – Daniel Ginczek (44. Min.)

ZUSCHAUER

58.826 Zuschauer in der Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart (ausverkauft)

STIMMEN ZUM SPIEL

Erik Thommy, VfB-Offensivspieler: „Wir hatten uns für heute einiges vorgenommen. Wir hatten eine schwierige erste Halbzeit, nach dem Pausenpfiff wurde es besser. Mit ein bisschen Glück gewinnen wir das Spiel. So müssen wir am Ende mit dem Punkt leben. Wir haben jetzt 38 Punkte und spielen auswärts in Dortmund. Da wollen wir dann unbedingt etwas mitnehmen.“

Dennis Aogo, VfB-Defensivspieler: „Wir haben immer gesagt, es geht für uns darum, in dieser Saison die Klasse zu halten. Man muss wissen, wo man herkommt. Wer uns weiter oben sieht, der hat keine Ahnung vom Fussball.“

Neuer VfB-Trainer Tayfun Korkut vor dem Wolfsburg-Spiel gegen Stuttgart (Foto: STUGGI.TV)

Tayfun Korkut, VfB-Cheftrainer: „Es war das erwartet schwierige Spiel. Wir hatten in der ersten Halbzeit Probleme, hatten zu große Abstände, waren zu wenig kompakt. In der zweiten Halbzeit haben wir uns gesteigert. Wir müssen und können mit diesem Punkt leben. In der Bundesliga ist jedes Spiel sehr eng. Wir sind seit acht Spielen unbesiegt, die Mannschaft hat in den letzten Wochen einiges abgerufen.“

Der neue Sportvorstand des VfB Stuttgart: Michael Reschke. (Foto: STUGGI.TV/Rau).

Michael Reschke, VfB-Sportvorstand: „Das Rennen um Platz 7 spielt keine Rolle für uns. Wir haben die Distanz zu den Abstiegsplätzen gewahrt. Um nichts anderes geht es für uns. Europa ist kein Thema für uns! Wir wussten von Anfang an, dass könnte ein richtiges Drecksspiel gegen Hamburg werden. Wir waren nicht gut, aber wir sind unter Tayfun Korkut weiter ungeschlagen. Dortmund wird jetzt eine große Herausforderung für uns.“

Christian Titz, HSV-Cheftrainer: „Wir sind gut ins Spiel reinzukommen, haben es geschafft, Kontrolle über das Spiel zu bringen. Beim 1:1 haben wir nicht gut genug verteidigt. In der zweiten Hälfte hat der VfB uns vor neue Aufgaben gestellt. Ein Punkt beim VfB ist gut. Trotzdem helfen uns in der aktuellen Situation nur Siege weiter.“

 

Fotografik: STUGGI.TV

Vom VfB berichtet David Rau

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