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0:1 in Hannover: VfB fehlt „Entschlossenheit, Mut und Aggresivität“

Nervenkrimi für alle VfB-Fans: Der VfB Stuttgart hat am Sonntagnachmittag mit 0:1 bei Hannover 96 verloren. Damit blieb den Schwaben der vorzeitige direkte Aufstieg in die Erste Fußball-Bundesliga verwehrt. Dank einer Niederlage des Konkurrenten Braunschweig hat der VfB aber beste Chancen am kommenden Wochenende gegen Würzburg aufzusteigen.

AUS HANNOVER BERICHTET DAVID RAU

SO LIEF DAS SPIEL 

Der VfB begann zunächst spielbestimmend, versuchte den Ball in den eigenen Reihen zu halten, doch die Hannoveraner waren von Anfang an zielstrebiger Richtung VfB-Strafraum unterwegs. In der 8. Minute schoss Hübner knapp links vorbei. Eine Minute später flankte Insua auf den in der Mitte stehenden Alexandru Maxim, doch Hannovers Torwart Tschauner klärte spektakulär. Der Treffer hätte jedoch wegen Abseits sowieso nicht gegolten. In der 14. Minute dann großer Jubel der Hannoveraner und Stuttgarter Fans: Arminia Bielefeld ging mit 1:0 gegen den Aufstiegs-Konkurrenten Braunschweig in Führung. Zwei Minuten später scheiterte Füllkrug mit einem Kopfball knapp vor dem Stuttgarter Tor. In der 24. Minute wurde über die Stadionleinwand das 2:0 von Bielefeld gegen Braunschweig angezeigt. Innenverteidiger Kaminski nahm sich in der 36. Minute ein Herz und spurtete mit dem Ball durch das halbe 96er-Mittelfeld, spielte dann rechts raus zu Maxim, der Terodde bedienen wollte, der aber nicht schnell genug war und den Pass knapp verpasste. Dann die 1:0-Führung für Hannover 96: Ofori vertändelte den Ball im Mittelfeld, Klaus lief durch die VfB-Hälfte, schoss, der Ball prallte an den Innenpfosten und von dort ins Tor. Zur Halbzeit – da Hannover bessere Chancen hatte – eine verdiente Führung für die Gäste.

Nach der Halbzeit war erneut Hannover 96 die aktivere und giftigere Mannschaft und kam in der 49. Minute zu einer Freißstoßchance, doch Langerak konnte den Direktschuss von Felix Klaus mit einem Reflex parieren. Nach dem Doppelwechsel (Ginczek und Zimmermann rein) stellte VfB-Trainer Hannes Wolf auf 4-4-2 um. In der 57. Minute setzte sich Daniel Ginczek im Strafraum durch und zog ab: 96-Torwart Tschauner bekam den Ball ins Gesicht und blieb kurz liegen, konnte aber weiterspielen. Kaminski und Terodde kamen nach zwei Maxim-Ecken zu guten Kopfballchancen (59. + 64.). Laute „Bielefeld“-Rufe hallten durchs ganze Stadion, als über die Leinwand die 3:0, 4:0, 5:0 und 6:0-Führung der Ostwestfalen gegen Braunschweig bekannt gegeben wurde.
In der 75. Minute musste zunächst Kaminski eine gefährliche Harnik-Flanke entschärfen, eine Minute später klärte Langerak einen Kopfball von Harnik.
Zehn Minuten später wieder eine Riesenchance für Hannover 96 zum 2:0. Ex-VfB-Spieler Martin Harnik traf den Pfosten (85.). Szenenwechsel: In der 87. Minute kassierte H96-Abwehrmann Sané nach einer Notbremse gegen Terodde die Rote Karte. Den anschließenden Freistoß haute Maxim knapp links neben das Tor (88.). In der Schlussphase drückten die Stuttgarter, konnten allerdings nichts mehr ausgleichen.

DIE AUFSTELLUNG DES VfB STUTTGART

Langerak – Pavard, Baumgartl, Kaminski, Insua – Ofori (Zimmermann ab 52.), Gentner – Klein (Green ab 77.), Brekalo (Ginczek ab 51.), Maxim – Terodde

TORE

1:0 – Felix Klaus (40. Min.)

ZUSCHAUER

49.000 Zuschauer in der HDI-Arena in Hannover (ausverkauft)

STIMMEN ZUM SPIEL

VfB Cheftrainer Hannes Wolf. Foto: Goes/STUGGI.TV

Hannes Wolf, Cheftrainer VfB: „Wir wollen die Woche natürlich noch richtig gestalten und wir feiern erst wenn es vorbei ist. Hannover feiert hier und wir sind ein bisschen enttäuscht, das finde ich aber auch gut, weil wir keinen Punkt geholt haben. Nächste Woche wollen wir das zuhause klar machen.“

VfB-Spieler Christian Gentner (Foto: STUGGI.TV/Goes)

Christian Gentner, Kapitän VfB: „Natürlich wollten wir hier rechnerisch alles klar machen heute, wir haben schon viel erlebt und hoffen nicht, dass am letzten Spieltag noch was völlig Verrücktes passiert. Trotzdem müssen und werden wir die Woche seriös angehen und wollen dann einfach gewinnen, weil wir ein tolles Publikum haben, das uns auch heute hier super unterstützt hat.“

VfB-Spieler Matthias Zimmermann (Foto: STUGGI.TV/Goes)

Matthias Zimmermann, VfB: „Ich glaube, als Sportler will man jedes Spiel gewinnen und wenn wir jetzt einen Punkt geholt oder gewonnen hätten, wären wir sicherer durch, so ist rechnerisch noch alles möglich. Beide Mannschaften waren auf Augenhöhe, Hannover hat es einfach zuhause gut gemacht. Sie standen gut, haben schnell umgeschaltet und wir haben einfach keine tiefen Läufe gehabt wie letzte Woche, das hat einfach gefehlt. Danke an Bielefeld, dass sie so hoch gewonnen haben.“

VfB-Spieler Timo Baumgartl (Foto: STUGGI.TV/Goes)

Timo Baumgartl, VfB: „Wenn man verliert, ist das nicht das schönste Gefühl. Wir haben alles versucht, nach der Roten Karte für Sané haben wir nochmal alles gegeben. Es war ein Spitzenspiel, es hat alles gehalten, was es vorausgesagt hat und ich denke wenn man mal mit einer Niederlage leben kann, dann ist das heute.“

Wolfgang Dietrich, VfB-Präsident: „Wir haben den ganz großen Big Point heute verpasst, aber gleichwohl können wir, glaube ich, hoffnungsfroh ins letzte Spiel gehen. Ich gehe davon aus, dass sich diese Mannschaft die Butter nicht vom Brot nehmen lässt.“

Jan Schindelmeiser, Sport-Vorstand VfB: „Entschlossenheit, Mut und Aggresivität haben uns heute über weite Strecken gefehlt. Trotzdem ist die Gesamtsituation positiv. Aber wir sind heute nicht aufgestiegen. Ich feiere ungern Niederlagen.“

André Breitenreiter, Cheftrainer Hannover 96: „Ich bin natürlich überglücklich, dass wir heute dieses Spiel für uns entscheiden konnten. Wir dürfen diesen Tag genießen, aber wir sind noch nicht aufgestiegen. Jetzt gilt es den Fokus aufs letzte Spiel zu richten und den letzten Schritt zu gehen.“

Martin Harnik, Hannover 96, Ex-VfBler: „Wir sind heute beide Gewinner des Spieltags. Ich habe mir immer gewünscht mit dem VfB zusammen aufzusteigen und das ist jetzt zum Greifen nah. Ich hoffe, dass wir nächste Woche beide jubeln können.“

DAS PASSIERT RUND UMS STADION

Aus Hannover berichtet David Rau

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